Schlammbad mit Wikingern

 

 

 Im November kamen meine ¨Wikinger Freundinnen¨ wie ich sie liebevoll getauft habe (sie stammen nämlich aus Northumbria, dem Nordosten Englands und sind vielleicht sogar wirklich Nachfahren der Wikinger), Freundinnen aus meiner Jugendzeit, in Cusco an. Nachdem sie die wichtigsten Stätten um Cusco herum besucht hatten und ein paar Tage mit uns in der Andean Spirit Lodge verbrachten hatten, begleitete ich sie in den Regenwald. Wir verbrachten Zeit an zwei Orten: der Chuncho Arasalzlecke und am Sandovalsee im Naturschutzgebiet von Tambopata.

Wir kamen in Puerto Maldonado einen Tag nach einem schweren Regenfall sowohl in den Bergen von Puno wie auch im Urwald an, und als wir unsere  Lodge in der Nähe der Tambopata Reserve erreichten, staunten wir nicht schlecht, als wir alle Anzeichen dafür erkennen konnten, dass der Fluss etwa 10 Meter gestiegen und wieder gesunken war.  Um von der Bootsanlegestelle am Fluss zur Lodge zu laufen, mussten wir erstmal einen Weg durch rutschigen Schlamm kämpfen. Auf unseren Wanderungen durch den Wald ging es nun wiederum durch einige tiefe Pfützen.

Allerdings war dies noch harmlos im Vergleich zu dem was wir am nächsten Tag nach einer 1 1/2 stündigen Bootsfahrt flussaufwärts and der Chuncho Salzlecke erlebten. Wir wateten durch knie-tiefen Schlamm, um den Ausblickspunkt zu erreichen und brauchten etwa eine halbe Stunde für einen Fußweg, der normalerweise nicht länger als fünf Minuten dauert. Unsere Plastikhocker sanken unter unserem Gewicht tief in den Schlamm, während wir gespannt auf die Vögel warteten. Anfangs sahen wir nur wenige Aras und Papageien, die sich scheu auf den Bäumen in der Nähe zusammenfanden und abwarteten. Es sah so aus, als ob wir enttäuscht werden würden. Wir kehrten zum Boot zurück und nahmen unser Frühstück ein und machten uns dann noch einmal auf den Weg durch den Schlamm zur Lecke. Wir waren hocherfreut als wir dort zuerst einen einzelnen Ararauna sahen und kurze Zeit später kamen tatsächlich die Scharlachroten Aras und die Grünflügelaras hinunter, um den mineralhaltigen Lehm aufzunehmen, nachdem der Regenguss vorüber war.  Es war ein einzigartiges Spektakel und unsere lange Wartezeit im Schlamm hatte sich doch gelohnt! Auf dem Rückweg flussabwärts zeigte sich ein Wasserschwein direkt am Ufer und wir sahen auch andere interessante Tiere, wie z.B. Schildkröten und zurück an der Lodge angekommen ein Rotwildhirsch.

Der zweite Teil unserer Reise führte uns zum Sandovalsee, einem Altarm vom Madre de Diosfluss von Mauritiapalmen umgeben. Wir verbrachten die meiste Zeit auf einem Floß auf dem See und schauten von dort nach der Fauna aus. Wir erlebten eine Familie von Riesenottern, sowie Scharze Kaimane, Sumpfspringäffchen, Totenkopfäffchen, Rote Brüllaffen, Braune Kapuzineraffen und Agoutis.
Wir sichteten auch einige interessante Vögel, sowie den urigen Hoatzin, der auch als ‚Stinkvogel‘ oder ‚Punkvogel‘ bekannt ist, dank seiner roten Augen, blauem Gesicht und Punkfrisur.
Am Liebsten waren wir in der Morgen- oder Abenddämmerung unterwegs, denn dann war der See im zartrosa Licht am Stimmungsvollsten.
Was für eine großartige Reise, in der wir Naturbeobachtung, Abenteuer und Gelächter teilten… Natürlich hoffe ich heimlich, dass meine Freundinnen bald zu einem weiteren Schlammbad wiederkommen!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert